Chronik des HSL

Stand: Juni 2008

Der Harmonika Spielring Langen 1937 blickt mit Freude auf die Geschichte seines 71-jährigen Bestehens zurück. Die Harmonika war im Rhein-Main-Gebiet noch nicht sehr verbreitet, als Jakob Oel - ein begeisterter Musikdirigent aus Frankfurt - über eine Anzeige in der Langener Zeitung Harmonika-Musiker zwecks Gründung einer Musikgruppe suchte. Mit Willi Hartmann, Wilhelm Schäfer, Jakob Werner und Hermann Winter fanden sich harmonikabegeisterte Musikfreunde zusammen, die am 11. Dezember 1937 den Handharmonika Spielring Langen gründeten.

Zunächst musste Einzelunterricht stattfinden, um ein konzertfähiges Leistungsniveau aufzubauen. Die Kosten dieses Einzelunterrichts wurden von den Spielern selbst getragen. Die Aufnahme in den Handharmonika Spielring war zusätzlich an die Bedingung geknüpft, ein Instrument der Marke "Hohner" zu spielen.

In dem Lokal "Zum Weinberg", das bis 1943 Vereinslokal war, fanden jeden Samstagabend die Übungsstunden unter der Leitung von Jakob Oel statt. Durch dessen gute Arbeit und die Begeisterung der jungen Musiker wurde schon bald die erste öffentliche Konzertaufführung in 1938 möglich. Der Spielring trat immer wieder in der Öffentlichkeit auf, auch gemeinsam mit anderen Langener Vereinen. Aufgrund der Kriegswirkungen musste 1944, nach sieben erfolgreichen Jahren, der Spielbetrieb eingestellt werden.

Im Juni 1946 gestattete die amerikanische Militärregierung die Wiederaufnahme der Übungsstunden im Handharmonika Spielring. Mit dem musikalischen Leiter Jakob Oel und unter der Führung von Karl und Anni Stierle sowie Rudolf Stolz gelang bald eine normale Vereinstätigkeit. Konzerte, Feiern, Ausflüge brachten neben den wöchentlichen Übungsstunden ein aktives Vereinsleben.

Der Übergang von der Harmonika zum Akkordeon bereitete dem Spielring in den 60er Jahren einige Schwierigkeiten. Lediglich eine handvoll Spieler und Spielerinnen blieben dem Verein zunächst erhalten. Nur der nimmermüden Ausdauer von Valentin Lampert und der fachlichen wie pädagogischen Kunst von Dieter Reisner ist es zu verdanken, dass diese schwierige Übergangsphase gemeistert und ein Neuanfang geschaffen wurde. In dieser Zeit erfolgte auch die Umbenennung des Vereins in Harmonika Spielring 1937 Langen.

Danach ging es mit dem Spielring wieder steil bergauf, und bald nahm das Interesse so zu, dass aus einer kleinen Spielgruppe drei Orchester und ein Ensemble mit insgesamt über dreißig Spielern wurden.

Als Anfang der 70er Jahre die Verschwisterung der Stadt Langen mit dem englischen Long Eaton und dem französischen Romorantin stattfand, unternahm der Harmonika Spielring eine Konzertreise nach Frankreich. Bei seinen Auftritten in und um Romorantin kam es zu ersten Kontakten mit dem "Accordéon Club du Centre". Daraus hat sich eine herzliche Freundschaft entwickelt, die bis heute besteht. Im zweijährigen Turnus besuchen sich die beiden Musikvereine. Den Höhepunkt dieser Begegnungen bildet immer ein großes Gemeinschaftskonzert. Viele private Freundschaften sind über die Musik hinaus zwischen den Familien beider Vereine entstanden.

1987 legte Dieter Reisner nach 20-jähriger erfolgreicher Tätigkeit sein Dirigat nieder. Die musikalische Leitung des 1. Orchesters sowie die Ausbildung der Schüler übernahm daraufhin Monika Ihrig. Mit den Schülern aus eigenen Reihen wurde ein neues 2. Orchester von Beate Horch und Bernhard Heckel aufgebaut. Anlässlich des Jubiläumskonzertes im 50. Vereinsjahr formierten sich ehemalige Hand- harmonikaspieler zu einer Spielgruppe. Diese Diatonische Gruppe ist heute unter Leitung von Beate Rettig-Horch ein fester Bestandteil des Vereins und bietet einen musikalischen Kontrast zum Repertoire der Orchester.

Aus familiären Gründen gab Monika Ihrig Ende 1990 den Taktstock ab. Im März 1992 konnte Berthold Maier als neuer Dirigent des 1. Orchesters gewonnen werden. Mit ihm zogen neue Ideen und frischer Wind in die Reihen der Akkordeonspieler ein. Auch in der Leitung des Nachwuchsorchesters gab es einen Wechsel: 1992 übernahmen Juana und Reiner Holzapfel die Verantwortung. Seit diesem Zeitpunkt wird auch die Ausbildung auf dem Akkordeon von eigens dafür ausgebildeten, erfahrenen Spielern durchgeführt. Im Rahmen der Jugend- und Nachwuchsarbeit finden jährliche Schnupperkurse, Themen- Workshops, Probenwochenenden, Vorspiele der Schülergruppen aber auch viele verschiedene Freizeitaktivitäten für alle Musiker statt.

Auf Grund verstärkter Nachfrage gründete sich 1996 die Steirische Gruppe. Die Leitung sowie Aus- bildung übernahm Willi Gerhard. Ein monatlicher musikalischer Stammtisch fand rasch regen Zuspruch über die hessischen Landesgrenzen hinaus. Vier Jahre später übergab Gerhard jedoch aus gesund- heitlichen Gründen den Stab an Karl-Heinz Schmitt.

Im Sommer 2000 verließ Berthold Maier den Harmonika Spielring. Persönliche Gründe zwangen ihn zu diesem Schritt, der allseits sehr bedauert wurde. Nach einer langen Suche auf dem musikalischen Arbeitsmarkt wurden Vorstand und Orchesterspieler fündig: Fritz Grau übernahm im Februar 2001 die Leitung des 1. Orchesters. Doch bereits im August 2001 zog ihn seine hauptberufliche Tätigkeit in die Schweiz. Da auf längere Sicht kein neuer Dirigent und ebenso keine weiteren Spieler/-innen zu erwarten waren, bildeten die Musiker des 1. Orchesters – zehn Stück an der Zahl – ein Ensemble, mit dem Sie bereits erfolgreich das Kirchenkonzert im November bestritten. Im Februar 2002 knüpfte man Kontakt zu dem Dietzenbacher Akkordeonclub „Ahoi“, der ebenfalls nur noch über ein kleines Ensemble verfügte. Nach einer dreimonatigen Probezeit können wir im Rahmen einer Spielgemeinschaft ein neues 1. Orchester präsentieren. Die Leitung dieses Orchesters obliegt Beate Rettig-Horch.

In diesem Jahr nahm zum ersten Mal unser Jugendensemble am musikalischen Wettbewerb „Jugend musiziert 2002“ (3. Preis im Regionalwettbewerb) sowie am 9. Jugendmusik-Wettbewerb in Baden- Württemberg (Prädikat: sehr gut) teil.

In 2002 - nach 65 Jahren - blickt der Harmonika Spielring auf eine erfolgreiche Zeit zurück. So hat der Spielring im Jubiläumsjahr drei Akkordeonorchester, ein Jugendensemble, eine Diatonische Gruppe sowie eine Steirische Spielgruppe.

März 03 - Hier fand zum ersten Mal ein Jugendprojekttag in Langen statt. Unter den Leitungen von Beate Rettig-Horch, Stephan Pieroth und Erhard Neukum wurden Stücke für Zwergen-, Elementar- und Hauptstufe einstudiert, um sie dann in einem großen Abschlusskonzert vielen Gästen vorzustellen.

Im Sommer 2003 war es dann mal wieder Zeit für den Besuch bei unseren französischen Freunden vom ACC. Los ging es am 21.7. um 7:00 Uhr schon. Auf uns wartete eine 10-stündige Busfahrt und danach eine unvergessliche Woche mit vielen Attraktionen wie den Besuchen einer Seidenmanufaktur, eines Weinkellers, einer Pilzzucht und dem Nationalpark "Puy Du Fou" sowie der Aufenthalt in einer franzö- sischen Familie und natürlich dem großen Abschlusskonzert. Am 28.7. ging es dann wieder auf die Heimreise, aber wir freuen uns schon auf den Besuch des ACC im Sommer 2005!

August 2004 - Das 1. Orchester hat Zuwachs bekommen aus eigenen Reihen, aber auch aus Mühlheim und sogar einen eigenen Schlagzeuger besitzen wir jetzt. Da einige Spieler ins 2. Orchester "aufgestiegen" sind, wurde unser drittes Orchester aufgelöst bis wieder ausreichend junge Nachwuchsspieler ausgebildet sind.

Erstmals nehmen am 7. Oktober zwei Ensembles des HSL an dem Sparkassenwettbewerb Langen-Seligenstatt teil. Neben dem Jugendensemble, das schon im Jahr zuvor teilgenommen hatte, formte sich zwei Monate vor dem Wettbewerb ein neues Quartett. Julian Keles, Kerstin Graf, Matthias Bartetzko und Stefan Seelmann formen das Quartett, das sich noch einen Namen ausdenken muss.

Juli 2005 - Wieder einmal besuchen uns unsere französischen Freunde des ACC. Besuche des Schlosses Freudenberg, eine Fahrt mit der Nerobahn in Wiesbaden und ein Ganztagesausflug nach Lauterbach standen auf dem Programm neben einigen gemütlichen Abenden zusammen. Das Konzert krönte die Woche.

2005-2006 - Die Struktur des HSL ändert sich. Das Jugendensemble löst sich auf. Anstelle dessen wird ein neues Ensemble gegründet mit u.a. Julian Keles, Saska Dudas, Michael Krsnik und Stefan Seelmann. Außerdem kommen drei Spieler aus dem zweiten ins erste Orchester. Das zweite Orchester seinerseits bekommt heftigen Zuwachs aus Dietzenbach.

2007 - Natürlich stand dieses Jahr wieder der Besuch beim ACC aus Frankreich an, den wir mit vielen Unternehmungen und dem gemeinsamen Konzert wieder einmal perfekt gestalten konnten. Doch das Hauptevent dieses Jahres war die Feier zum 70-jährigen Bestehen des Harmonika Spielring Langen. Hierzu gab es eine ausführliche Ausstellung über das Entstehen, Fortführen bis zum heutigen Bestehen des HSL im Kulturhaus Langen. Einige Auftritte jugendlicher Akkordeonisten rundeten den Tag des 70-jährigen Bestehens ab. Wir freuen uns auf die nächsten 70.

 

Langen, im Juni 2008