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Chronik des HSL
Stand: März 2012

1937 - 1964


Der Harmonika Spielring Langen 1937 blickt mit Freude auf die Geschichte seines 71-jährigen Bestehens zurück. Die Harmonika war im Rhein-Main-Gebiet noch nicht sehr verbreitet, als Jakob Oel - ein begeisterter Musikdirigent aus Frankfurt - über eine Anzeige in der Langener Zeitung Harmonika-Musiker zwecks Gründung einer Musikgruppe suchte. Mit Willi Hartmann, Wilhelm Schäfer, Jakob Werner und Hermann Winter fanden sich harmonikabegeisterte Musikfreunde zusammen, die am 11. Dezember 1937 den Handharmonika Spielring Langen gründeten.

Am 11. Dezember 1937 war es soweit. Vier begeisterte Harmonikafreunde trafen sich in der Gaststätte "Zum Weinberg" und gründeten gemeinsam mit dem Frankfurter Musikpädagogen Jakob Oel den Handharmonika Spielring Langen. Diese vier waren Valentin Sallwey, Adam Werner, Phillip Heim und Christof Huck. Zweck und Ziel war die Ausbildung im Spiel sowie die Pflege guter deutscher Volksmusik durch Orchesterproben und eigene Veranstaltungen. Den Herren Willi Hartmann, Jakob Werner und Hermann Winter wurde die Vorstandsführung übertragen. Damit lagen die Langener voll im Trend.

Durch die Entwicklung und Verfeinerung im Instrumentenbau brachten die Hohner-Werke Trossingen Anfang der 1930er Jahre ein neues Modell heraus mit der Namensbezeichnung Handharmonika". Viele Konzertreisen des be- rühmten Trossinger Handharmonika–Orchesters unter der Leitung des Meisterspielers Hermann Schittenhelm durch ganz Deutschland


und das Ausland riefen auch in unserer Gegend, besonders in Frankfurt und Offenbach, großes Interresse hervor. Auf Lehrgängen wurde die Neuentwicklung vorgestellt und Handharmonika- Spielgruppen und –Orchester schossen wie Pilze  aus dem Boden, auch in unserer Region. Auf diese Weise gelangte der Frankfurter Klavierpädagoge Jakob Oel seinerzeit nach Langen und avancierte sofort  zu einem begeisterten Befürworter dieses Instrumentes.

Kurz darauf begann er mit einem Häuflein Interessenten mit dem Erlernen der Hand- harmonika. Vorwiegend waren es Jugendliche, die sich für dieses schöne Volksinstrument interessierten. Die Zahl der Mitglieder stieg schnell auf 25 an. Die Übungsstunden fanden jeden Samstag im Lokal "Zum Weinberg" (Rhein-straße) statt.

Wie alle anderen musiktreibenden Vereine auch, musste der Handharmonika Spielring der Reichs- musikkammer beitreten. Die Aufnahme erfolgte im September 1938 in der Fachgruppe IV: Hand- harmonika-Vereine.

Nach einjähriger Vorbereitungszeit fand mit einem bunten volkstümlichen Programm am 12. November 1938 das erste Konzert im ausverkauften "Saalbau zum Lindenfels" (Bahnstraße) statt. Weitere erfolgreiche Konzerte folgten.

Von nun ab entwickelte sich der Spielring immer weiter.

 


Durch zahlreiche Auftritte und Konzerte in Langen und Umgebung wurde der Verein zunehmend bekannter und beliebter. Die Zusammenarbeit mit anderen Langener Musikvereinen führte zum ersten gemeinsamen Konzert mit dem Männerchor Liederkranz 1838 im April 1943.

Aber die Kriegsjahre gingen auch am Handharmonika Spielring nicht spurlos vorüber. Durch die Einberufung von Spielern wurde der regelmäßige Probenbetrieb sehr stark behindert  und schließlich im Dezember 1944 ganz eingestellt. Trotz dieser schlechten Bedingungen wuchs die Zahl der (nun hauptsächlich) jugendlichen Mitglieder auf über 50 an.

Nach Beendigung des Krieges und Besetzung des Langener Gebietes durch amerikanische Truppen ruhte alle Vereinstätigkeit. Trotzdem nutzte der musikalische Leiter Jakob Oel, der von Anfang an selbst zur Wehrmacht eingezogen war, jede Gelegenheit, die Orchestertätigkeit zu neuem Leben zu erwecken.

Im Sommer 1946 gestattete die amerikanische Militärregierung die Wiederaufnahme der Ver- einsarbeit und damit der Übungsstunden im Handharmonika Spielring.   Trotz der Schwierigkeit, neue Instrumente und Notenmaterial zu beschaffen


gelang es, eine neue Jugendgruppe aufzubauen und zu einer normalen Vereinstätigkeit zurück- zukehren.

Geprobt wurde nunmehr in der Gaststätte "Feldberg". 1948 wechselte man in das neue Vereinslokal "Zum Schützenhof" (August-Bebel-Straße).

Dass Festkonzert zum 10-jährigen Bestehen am 18. April 1948 war ein voller Erfolg.  Der über 900 Gäste fassende Raum des Saalbaus "Zum Lindenfels" war bis zum letzten Platz besetzt und zeigte, dass die Liebe zur guten deutschen Hausmusik nicht erloschen war.

Jährliche Konzerte, verschiedene Feiern und Ausflüge bescherten dem Spielring in den 1950er Jahren ein sehr reges und aktives Vereinsleben.

Ab dem Sommer 1954 konnten die Übungsstunden mit Genehmigung des Langener Magistrats donnerstags in einem Klassenraum der Ludwig-Erk-Schule (Bahnstraße) abgehalten werden.

Im Jahre 1964 legte Jakob Oel nach 27 Jahren erfolgreicher musikalischer Arbeit  seinen Taktstock  aus Altersgründen nieder.

 

1965 - 1986


Einem Zufall war es zu verdanken, dass der Handharmonika Spielring nach zweijähriger Pause einen neuen musikalischen Leiter fand. Durch reparaturbedürftige Instrumente kamen die Musiker des Vereins mit dem  Musikhaus Wilms in Frankfurt in Kontakt. Der Inhaber wusste von einem Akkordeonlehrer in der Stadt, der auf der Suche nach weiteren Schülern war. Valentin Lampert, der damalige Vorsitzende, kam mit dem Trossinger Absolventen  Dieter Reisner ins Gespräch und  lud ihn sogleich nach Langen ein.

Hier stand er vor einem kleinen Häuflein Musikanten. Die Brüder Egon und Dieter Mannagottera, Hans Maninger, Helmut Rehm (Handharmonika) und Heinz Schenko (Akkordeon) brannten darauf, unter fachkundiger Unterweisung weiter musizieren zu können.

Alle anderen Kameraden hatten zwischenzeitlich das Musizieren aufgegeben. Verantwortlich für den Mitgliederschwund war vor allem eine Neu- entwicklung im Instrumentenbau der Firma Hohner in den 1950er Jahren: sie baute das Piano- Akkordeon, ein Instrument, das umfang- reichere technische und vielfältigere musikalische Möglichkeiten bot als die herkömmliche Handharmonika.

 


Doch Dieter Reisner schaffte es in mühevoller Arbeit, ein gutes Orchester zu formieren, welches am 16. November 1968   im Saalbau "Zum Lämmchen" (Schafgasse) sein erstes Konzert gab. Weitere Konzerte folgten und brachten wieder neue, junge Musiker zum Handharmonika Spielring.

Die Verjüngung der Aktiven, der Wechsel von der Handharmonika zum Akkordeon sowie die frischen Ideen des musikalischen Leiters führten zwangsläufig auch zur Modernisierung des musikalischen Repertoires. Standen in der Vergangenheitvorwiegend volkstümliche Stücke auf dem Programm, gesellten sich nach und nach auch konzertante Werke, Operetten und beschwingte Unterhaltungsmusik dazu. Reisner vollbrachte diesen Spagat, ohne die älteren Mitglieder zu verprellen und trotzdem die jüngeren bei der Stange zu halten.

Bereits beim Frühjahrskonzert 1973 saßen 45 Musiker verteilt auf zwei Orchester auf der Bühne: das 1. Orchester umfasste 25 Mitglieder im Alter von 11 bis 35 Jahren, von denen ein Teil bereits seit langem mitwirkte. Im 2. Orchester waren 20 Mädchen und Jungen zusammengefasst, die als Nachwuchs galten und später einmal in die erste Garnitur hineinwachsen sollten.

Im Zuge dieser Modernisierung wurde der Verein im Jahre 1966  in Harmonika-Spielring 1937 Langen umbenannt.

 


Zwei wichtige Ereignisse bescherten dem Harmonika Spielring in den 1970er Jahren weitere Erfolge und großen Zulauf an Mitgliedern.

Am Pfingstwochenende 1971 wurde die Drei- städtepartnerschaft  zwischen Langen, Long-Eaton (England) und Romorantin (Frankreich) feierlich besiegelt und die freundschaftliche Beziehung untereinander vertieft, getragen von dem Leit- gedanken "das ganze friedliche Europa soll es sein".

Aus diesem Anlass unternahm der Spielring 1973 eine Konzertreise nach Romorantin. Im  Verlauf dieser Reise lernten die Harmonikaner  Herrn André Jamet, den Präsidenten des Akkordeonvereins aus St.-Pierre-des-Corps, kennen. Seit diesen ersten Kontakten entwickelte sich rasch eine bis heute andauernde  Freundschaft beider Orchester, die sich auch über die Musik hinaus erstreckt. So besuchen sich die Orchester abwechselnd  alle  zwei Jahre.  Den Höhepunkt dieser Begegnungen bildete in der Vergangenheit und noch heute jeweils ein großes Gemeinschaftskonzert. Viele private Freundschaften sind über die Musik hinaus zwischen den Familien beider Seiten entstanden.

Zum anderen machte sich die enge Freundschaft zwischen Dieter Reisner und Heinz Röhrig, Chordirektor beim Männerchor Liederkranz 1838,  bezahlt. Pläne von gemeinsamen Auftritten wurden geschmiedet, Reisner schrieb eigene Arrangements für Chor und Orchester.   Beide Vereine luden am  7. Dezember 1974 zum ersten


Gemeinschaftskonzert  in die neue Stadthalle  und ernteten vor ausverkauftem Haus langanhaltenden Beifall. Der neue Weg der Konzertgestaltung machte deutlich, dass der Musik keine Grenzen gesetzt sind und der Gedanke, dem Publikum neue Klangvariationen zu bieten, erwies sich als gelungen. Zahlreiche weitere gemeinsame Konzertdarbietungen folgten bis weit in die 1980er Jahre.

Mittlerweile stieg die Mitgliederzahl so stark an, dass drei Orchester eingerichtet werden konnten. 1977 - zum Zeitpunkt des 40-jährigen Bestehens – zählte der Harmonika Spielring 120 Mitglieder, darunter 60 Aktive.

Neben der Orchesterarbeit wurde großer Wert auf eine fundierte musikalische Ausbildung gelegt, wie es seinerzeit durch die Gründerväter erklärt worden war.

Neben den jährlich stattfindenden großen Konzerten spielten die verschiedenen Engage- ments u.a. bei Langener Vereinen und bei der Stadt eine wichtige Rolle im Vereinsleben.

Stellvertretend für die zahlreichen Veranstaltungen, zu denen die Orchester des  Spielrings eingeladen wurden, seien die folgenden genannt:
•   Heimatabend der SSG-Fußballer (1970)•   Adventsspiel im Jakob-Heil-Heim (1976)
•   Tag der Nationen (1978 / Jubiläum des 1. FC Langen)

 


Die Idee der gemeinsamen Konzerte wurde auch von vielen anderen Musikvereinen begrüßt. Bald regten deren Vorstände an, einen Arbeitskreis musiktreibender Vereine zu gründen. Veran- staltungen bündeln, Beziehungen untereinander ausbauen und die musikalische Präsentation in Langen stärken,  dies waren die erklärten Ziele, die auch die Stadt Langen mit unterstützte. So entstand von Beginn der 1980er Jahre die Reihe der Gemeinschaftskonzerte  in der hiesigen Stadthalle. Mit von der Partie waren neben dem Harmonika Spielring der Männerchor Liederkranz, der Gesang- verein Frohsinn und der Orchesterverein Langen- Egelsbach. Später gesellten sich noch weitere Vereine dazu.

Auch die Kontakte zu den Langener Kirchengemeinden intensivierte der Arbeitskreis. Im Jahre 1983 gestaltete der Harmonika Spielring erstmals das "offene Singen", zu dem die Stadtkirchengemeinde in Verbindung mit dem Weihnachtsmarkt einlud.

Anfang der 1980er Jahre ging die Anzahl der ganz jungen Mitglieder immer weiter zurück, Neuanmeldungen gab es nahezu keine mehr, das 3. Orchester wurde aufgelöst. Das Akkordeon war nicht mehr in Mode, die junge Generation hatte andere Freizeitinteressen entwickelt. Werbeaktionen in der örtlichen Presse brachten leider nicht den gewünschten Erfolg.

Seine Attraktivität unter den verbliebenen jugendlichen Mitgliedern verdankte der Spielring auch seiner regen gesellschaftlichen Tätigkeit. Besonders beliebt waren die regelmäßig stattfindenden Grillparties, aber auch die alljährliche Faschingsfete, verschiedene


Filmvorträge, Busausflüge und die Teilnahme bei der Ebbelwoistaffel erfreuten sich großer Beliebtheit.

Besonderen Kontakt zu der Vereinsleitung stellten die beiden Orchestersprecher Beate Horch und Bernhard Heckel her. Über sie bestand eine hervorragende Zusmmenarbeit mit allen Mit- gliedern.

Auch die Idee des jungen 2. Vorsitzenden Ingo Hamm, eine Vereinszeitung herauszugeben, wurde gerne angenommen. Viermal jährlich erschien "Der Akkordeonspieler" mit Beiträgen von den Mitgliedern. Erstellung und Produktion erfolgte durch ein eigenes Redaktionsteam auf seiten der Orchestermitglieder.

Die Proben fanden mittlerweile montags und freitags in den Räumen der Wallschule (Pestalozzi-Straße) statt. Später  probte das 1. Orchester wechselweise  sonntags vormittags im Siedlerheim (Joseph-v-Eichendorff-Straße).

Für seine 20-jährige Tätigkeit als Orchesterleiter würdigten Vorstand und die Mitglieder beider Orchester ihren Dirigenten Dieter Reisner im Rahmen einer Feierstunde im Juni 1986 im Saal "Zum Lämmchen". Im Anschluss an  einen Sektumtrunk und die Gratulationen überraschten einige Spieler mit einer kleinen Auswahl aus dem Orchester-Repertoire. Der 1. Vorsitzende Willi Rod- ner würdigte die Arbeit Reisners, unter dessen Leitung beide Orchester ein hohes spielerisches Niveau erreicht hatten.

Im November 1986 legte Reisner sein Amt als Dirigent aus persönlichen Gründen nieder.

 

1987 - 1999


Guter Rat war nun gefragt. Kurz vor dem 50jährigen Vereinsjubiläum waren die Veranstaltungen schon geplant. 120 Mitglieder zählte der Verein mittlerweile, zwei gut funktionierende Orchester standen bereit, aber kein Orchesterleiter!

Nach kurzer Zeit übernahm Monika Ihrig die Leitung des 1. Orchesters und die Ausbildung der Schüler. Sie war viele Jahre selbst aktives Mitglied im Harmonika Spielring und hatte kurz zuvor ihr Musikstudium beendet. Das 1. Orchester gestaltete sich neu und das Gespann Beate Horch / Bernhard Heckel bauten mit einer Handvoll Schülern ein neues 2. Orchester auf.

Anlässlich des bevorstehenden Jubiläums- konzertes formierten sich ehemalige Hand- harmonikaspieler zur Diatonischen Spielgruppe. Darunter fanden sich einige Spieler der Nachkriegszeit sowie Hermann Winter, ein Gründungsmitglied des Vereins. Anfangs von Monika Ihrig geleitet, übernahm Beate Horch 1989 die Leitung dieser Gruppe.


Sie wurde ein fester Bestandteil des Spielrings und bot bei   den Jahreskonzerten einen musikalischen Kontrast zum Repertoire der Orchester.

Damit war der Harmonika Spielring für das Jubiläumsjahr bestens gerüstet und die geplanten Aktivitäten konnten stattfinden. Zunächst präsentierte der Verein eine Ausstellung zur Vereinsgeschichte im Rathaus-Foyer (Februar 1987), zu deren Eröffnung das 1. Orchester und die Solisten Bernhard Heckel und Martin Potreck aufspielten. Im Mai folgte das große Jubiläumskonzert in der TV-Turnhalle (Jahnplatz). Alle Orchester und Spielgruppen des Vereins boten ein reichhaltiges Programm mit nostalgischen bis modernen Stücken.

Im Sommer stand turnusmäßig die Reise zum französischen Partnerorchester in St. Pierre des Corps auf dem Programm. Im Oktober lud der Verein zur akademischen Feier in das SSG-Freitzeitcenter, zu der zahlreiche Vertreter des Langener Parlaments und der Vereine sowie des Deutschen Harmonika Verbandes erschienen.

 


Anfang  November gestalteten 1. und 2. Orchester ein  Benefiz-Konzert in der Stadtkirche Langen, dessen Erlös für die Renovierung der Stadtkirche gespendet wurde. Ein Konzert mit den musiktreibenden Vereinen im Musikpavillon (an der rechten Wiese) und ein Auftritt anlässlich der Altbürgerehrung in der Stadthalle rundeten das Jubiläumsjahr ab.

Im Jahre 1988 gab es ein Novum im Harmonika Spielring. Mit Wilfriede Sehring übernahm erstmals eine Frau die Geschicke des Vereins. 1975 durch Zufall auf den Harmonika Spielring aufmerksam geworden, gehörte sie seit 1981 dem Vorstand an, zunächst als Schriftführerin, dann als 2. Vorsitzende und nun an der Spitze des Vereins. Während ihrer Amtszeit setzte sich Wilfriede Sehring verstärkt für die Fortführung der deutsch-französischen Beziehungen zum Accordéon Club du Centre ein und legte den Grundstein für eine solide Nachwuchsarbeit.

Der jüngeren Generation galt ihr besonderes Interesse, denn sie garantiert den Fortbestand des Vereins. Für ihr Engagement erhielt sie 1996 den Kulturpreis der Stadt Langen. Das Ehrenamt führte sie bis zum Jahre 2000 aus. In ihrer Funktion als Ehrenvorsitzende steht sie dem Vorstand weiterhin beratend zur Seite.

Im gleichen Jahr hatten sich ehemalige Orchesterspieler zu einer Spielgruppe zusammen- gefunden, um Unterhaltungsliteratur im kleinen Kreis zu musizieren. Sie umrahmten einige Auftritte musikalisch und übernahmen bis  1992 einen Teil der Konzertprogramme. Im Jahre 1989 spielte die Gruppe beim Neujahresempfang der Stadt Langen.


Im Februar 1990 verstarb das letzte Grün- dungsmitglied Hermann Winter.

Monika Ihrig gab Ende 1990 aus familiären Gründen den Taktstock ab. Ein neuer Dirigent musste gesucht werden, den  man im März 1992 in dem Musikpädagogen Berthold Maier fand. Mit ihm zogen neue Ideen und frischer Wind in die Reihen der Akkordeonspieler ein. In der Übergangszeit wurde das 1. Orchester von Beate Horch geleitet.

Auch in der Führung des Nachwuchsorchesters vollzog sich ein Wechsel. 1992 übernahmen Juana und Reiner Holzapfel die Verantwortung. Gemeinsam mit ihnen stiegen Beate Horch und 1995 dann auch Elke Becker in die Ausbildung der verbliebenen acht Akkordeonschüler ein. Diese vier langjährigen Mitglieder und engagierten Musiker forcierten seit dieser Zeit die Jugend- und Nachwuchsarbeit im Harmonika Spielring und erarbeiteten Konzepte für Schnupperkurse, Projektwochen in Grundschulen und Schüler- konzerte.

Eltern wurden regelmäßig zu Informationsabenden eingeladen und waren so von Anfang an in die Jugendarbeit einbezogen. Alle Aktiven wurden durch die regelmäßig erscheinende Info-Post über die Vereinsaktivitäten informiert.

Bei zahlreichen Freizeitveranstaltungen wie Fahrradtouren, Rallyes, Minigolfturniere, Spiele- und Bastelnachmittage, Grillfeste hatten die Jugendlichen des Vereins viele schöne gemeinsame Erlebnisse und ließen sie näher zusammenrücken.

 


Über den eigenen Tellerrand schauten die Vier immer wieder hinaus und  strebten die Zusam- menarbeit mit benachbarten Akkordeonvereinen an. Aus diesen Kontakten heraus entstanden die Jugendkonzerte, die von 1996 bis 2001 einmal jährlich reihum bei den beteiligten Vereinen stattfanden (Langen, Bischofsheim, Rüsselsheim, Sulzbach).

Was zunächst nur als Übergangslösung gedacht war, weitete sich zu einer umfangreichen Tätigkeit aus, deren Auswirkungen bis zum heutigen Tage spürbar sind. Die Zahl der Schüler stieg kontinuierlich an, heute liegt sie bei 45. Gleichzeitig stieg auch die Zahl der für die Kurse benötigten Leihinstrumente und der Inhalt des Orchester- notenarchivs füllte sich. Konnte der Verein 1986 gut 140 Titel sein eigen nennen, sind es zum jetzigen Zeitpunkt mehr als 300.

Mit der Öffnung des Kulturhauses "Altes Amtsgericht" (Darmstädter Straße) trat ein weiterer Glücksfall ein. Neben Musikschule und VHS wurden auch Proberäume für Langener Vereine angeboten, was der Harmonika Spielring sehr gerne annahm. Nun konnten sämtliche Proben (montags und freitags) und die Unterrichtsstunden (montags bis mittwochs und freitags) unter einem Dach absolviert werden. Außerdem stand ein Lagerraum für die Instrumente und das Notenarchiv zur Verfügung.

Mit Blick auf das bevorstehende Jubiläumsjahr produzierte der Harmonika Spielring seine erste CD. "Intermezzo", so der Name, wurde im Tonstudio AUDIOLAB, Oberursel aufgenommen, 1. Orchester und Diatonische Gruppe waren darauf zu hören.


Auf Anregung von Willi Gerhard, einem langjährigen Mitglied der Diatonischen Gruppe, wurde 1996 die Steirische Gruppe ins Leben gerufen. Willi Gerhard hatte sich zuvor auf zahlreichen Seminaren auf der steirischen Handharmonika weitergebildet und konnte seine Begeisterung für die alpenländischen Klänge auf Gleichgesinnte in unserer Region übertragen.

Standen einige Vorstandsmitglieder diesem Vorhaben zunächst skeptisch gegenüber, wurden sie bald vom Gegenteil überzeugt. Die Steirische Gruppe erhielt großen Zulauf und wurde schnell zum festen Bestandteil des Harmonika Spielrings Man war stolz darauf, die erste Steirische Spielgruppe in Hessen vorweisen zu können.

Mit einer Ausstellung zum 60jährigen Jubiläum im Kulturhaus "Altes Amtsgericht" präsentierte man die regen Vereinsaktivitäten einer breiten Öffent- lichkeit.

Unter der Registernummer VR 3691 wurde der Harmonika Spielring im Jahre  1996 eingetragener Verein.

1998 fand der erste Akkordeon-Workshop statt, der auf die Belange der Aktiven zugeschnitten war. Die Teilnehmer waren in verschiedenen Gruppen aufgeteilt, die unterschiedliche Themen behandelten. Geleitet wurde der Workshop von den Ausbildern und engagierten Orchesterspielern. Viele Jahre setzte sich diese Reihe der Weiterbildung fort.   Beim Umzug zum Ebbelwoifest im Sommer 1998 war der Harmonika Spielring selbstverständlich auch wieder dabei.

Der Mitgliederbestand beim Wechsel in das neue Jahrtausend belief sich auf  120 Mitglieder. Etwa die Hälfte der 73 Aktiven waren Kinder und Jugendliche.

 

2000 - 2011


Der Jahrtausendwechsel brachte für den Harmonika Spielring eine entscheidende Wende.

Während der Nachwuchsbereich weiter ausgebaut werden konnte und die Schülerzahl stetig stieg, war auf Seiten des 1. Orchesters ein Mitgliederschwund zu verzeichnen, der in Familie, Studium und Beruf begründet war. Auch Berthold Maier beendete bedauerlicherweise aus familiären Gründen seine Dirigententätigkeit. Nach längerer Suche über Anzeigen in Fachzeitschriften und persönliche Kontakte wurden Vorstand und Orchestermitglieder fündig: Fritz Grau übernahm im Februar 2001 die Leitung des 1. Orchesters. Doch bereits im August desselben Jahres zog ihn seine hauptberufliche Tätigkeit ins Ausland. Da auf längere Sicht kein neuer Dirigent und ebenso keine weiteren Aktiven zu erwarten waren, bildeten die verbliebenen zehn Musiker des 1. Orchesters ein Ensemble, welches bereits im November 2001 erfolgreich ein Konzert in der Stadtkirche Langen bestritt.

Parallel zu dieser Entwicklung startete eine intensive Suche nach einem adäquaten Partner. Im Februar 2002 knüpften die Musiker Kontakt zum Dietzenbacher Handharmonika Club    "AHOI", der sich in einer ähnlichen Lage befand. Sowohl auf musikalischer als auch auf menschlicher Ebene harmonierten die beiden Gruppen, so dass nach dreimonatiger Probezeit die Vorstände beider Vereine die Orchester-Spielgemeinschaft besiegelten.


Da die Dietzenbacher über einen größeren Proberaum verfügten, fanden die Orchesterproben fortan freitags im Saal des dortigen "Wirtshaus zur Linde" statt. Die Orchesterleitung übernahm Beate Rettig-Horch, die neben ihrem Pädagogik-Studium inzwischen eine mehrjährige dirigentische Aus- bildung in Trossingen, Remscheid und Heek absolviert hatte.

Startete die Spielgemeinschaft mit 13 Teilnehmern, so ist das Orchester heute -nach 10 Jahren produktiver  Zusammenarbeit - auf beinahe 30 Musiker im Alter von 16 bis 60 Jahren angewachsen. Auch aus anderen Vereinen schlossen sich weitere Musiker an. Die Weichen für eine dauerhafte Beziehung waren somit gestellt.

Auch auf Seiten der Steirischen Gruppe vollzog sich ein Wechsel. Willi Gerhard übergab den Stab aus gesundheitlichen Gründen an Karl-Heinz Schmitt. Dieser baute die Gruppe weiter aus und gründete neben der 1. Gruppe noch eine Anfängergruppe.

Mittlerweile ist die Formation auf 16 Mitglieder angewachsen, die wöchentlich aus einem Umkreis von 50 km zum Proben nach Langen kommen. Trainiert wird mittwochs in der "Alten Bachschule" (Wilhelm Leuschner Platz).

Einmal im Monat laden die Steirer zum Musikantenstammtisch in das SSG-Freizeitcenter (An der rechten Wiese) ein, um gemeinsam mit ihren Gästen zu musizieren und die Tradition zu pflegen.

 


Aber auch die Nachwuchsförderung lief im Spielring erfolgreich weiter. Neben dem Nach- wuchsorchester formierte sich Anfang der 2000er Jahre ein vierköpfiges Jugendensemble. Bereits 2002 nahm es erfolgreich am Regionalwettbewerb "Jugend Musiziert" (3. Preis) sowie am 9. Jugendmusik- Wettbewerb in Baden Württemberg (Prädikat "sehr gut") teil.

Durch die verstärkte Kooperation mit der Arbeits- gemeinschaft Frankfurter Akkordeonvereine  und dem Hessischen Harmonika Verband wurde die Idee eines  Angebotes für Nachwuchsakkor- deonisten aus der Region Rhein-Main geboren.

Für dessen Organisation wurde federführend Beate Rettig-Horch bestimmt und so war es nur eine logische Konsequenz, das Projekt in Langen zu starten. 2003 fanden sich zum ersten Mal 40 junge Teilnehmer in der Albert-Schweitzer-Schule (Berliner Allee) ein, um in drei Gruppen neue Literatur unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades einzustudieren. Der Erfolg war so grandios, dass ein Jahr später bereits 60 Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene teilnahmen. Die Teilnehmerzahl stieg Jahr für Jahr an und erreichte in 2010 den Rekord von 100 jungen Akkordeonisten. Seit Beginn findet der Projekttag in Langen statt und wird vom Harmonika Spielring in Kooperation mit dem Hessischen Harmonika Verband (Bezirk Hessen-Mitte) ausgerichtet. Er unterstreicht die Notwendigkeit, auch über den eigenen Verein hinaus mit Gleichgesinnten zu kooperieren und hebt die Wichtigkeit der Nachwuchsförderung hervor. Im September dieses Jahres steht auch hier ein Jubiläum an, dann jährt sich der Projekttag zum 10. Mal.

Im eigenen Verein nahm weiterhin die Nachwuchsarbeit einen Großteil der Vereinsarbeit ein. Neben dem Musizieren im Orchester förderte der Harmonika Spielring die solistische Ausbildung und das Ensemblespiel. Die Musiker fanden sich in unterschiedlichen Formationen zusammen, um neue Werke einzustudieren oder sich auf Wertungsspiele vorzubereiten. Die Proben für den Nachwuchs fanden seither montags im Kulturhaus "Altes Amtsgericht" in Langen statt.

Im Oktober 2004 nahmen erstmals zwei Jugendensembles sehr erfolgreich an dem Musikwettbewerb der Sparkasse Langen–Seligenstadt teil. Das 1. Ensemble (Alexandra Dudas, Jesco Mann, Anna und Christa Sehring) erreichte hierbei den 3., das 2. Ensemble (Kerstin Graf, Matthias Bartetzko, Julian Keles, Stefan


Seelmann) den 2. Preis. Anna Sehring erzielte im Solobereich bei verschiedenen Wettbewerben ausgezeichnete Ergebnisse.

Durch die partnerschaftliche Beziehung zum Handharmonika Club "AHOI" Dietzenbach konnte die Nachwuchsarbeit ebenfalls ausgebaut werden. So wurde im Januar 2005 unter Leitung von Beate Rettig-Horch ein neues Jugendorchester mit Spielern aus beiden Vereinen gegründet. Im Laufe der Jahre wurden sie behutsam an das Spielniveau des 1. Orchesters herangeführt. Gemeinsame Proben beider Orchester einmal monatlich wurden die Regel. Seit Jahresbeginn wurde das Jugendorchester komplett in das 1. Orchester integriert.

Ein Jugendensemble (Nadine Keles, Anja Köhler, Vanessa Kreis, Larissa Rus, Martina Schittko), das seit dem Jahr 2010 besteht, trat im vergangenen Jahr sehr erfolgreich beim Regionalwettbewerb "Jugend Musiziert (1. Preis) und beim 1. Deutschen Jugendorchester-Wettbewerb in Rheinhausen (Prädikat "sehr gut", bestes Ensemble der Mittelstufe) an.

Im Jahr 2007 nahm der Akkordeonpädagoge Michael Krsnik seine Unterrichtstätigkeit im Harmonika Spielring auf, so dass für die Schüler fortan  zwei kompetente Pädagogen zur Verfügung standen.

Geprägt waren die Jahre weiterhin von den gegenseitigen musikalisch-kulturellen Begeg- nungen mit dem  Accordéon Club du Centre, Frankreich, die alle zwei Jahre stattfinden und jeweils in einem deutsch-französischen Gemein- schaftskonzert gipfeln. Im vergangenen Jahr konnten die deutschen Teilnehmer einmal mehr eine Woche der herzlichen Gastfreundschaft in der Touraine genießen.

Die Steirische Gruppe feierte im vergangenen Jahr ihr 15jähirges Bestehen mit einem zünftigen Grillfest auf dem Gelände der Naturfreunde Sprendlingen. Zum Jahresbeginn 2012 übernahm Reinhard Kandel die musikalische Leitung der Gruppe.

Kurz vor ihrem 25jährigen Bestehen beendete die Diatonische Gruppe bedauerlicherweise zum Jahreswechsel aus Altersgründen ihren regulären Spielbetrieb. Die verbleibenden Musiker stehen aber weiterhin für kleinere Auftritte gerne zur Verfügung.

 

2012


Das Jubiläumsjahr  startete bereits mit zwei Auftritten des Orchesters und der Mitglieder- versammlung Ende Januar. 

Zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte wurde dem Harmonika Spielring am 12. Januar die Ehre zuteil, den Neujahrsempfang der Stadt Langen musikalisch zu umrahmen. Am 29. Januar übernahm das Orchester die musikalische Ausgestaltung eines ökumenischen Gottes- dienstes im Bürgerhaus Dietzenbach.

Ende Januar standen die Neuwahl des Vorstandes und Ehrungen langjähriger Mitglieder auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung. Im Anschluss waren die Teilnehmer eingeladen, das Jubiläumsjahr mit einem Glas Sekt zu begrüßen.

Unter dem Titel "Zeitreise" präsentiert der Verein von Mitte März bis Ende April der Öffentlichkeit eine Ausstellung durch seine Vereinsgeschichte, verbunden mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 18. März.

Zwei Tagesausflüge, die Beteiligung am Langener Markt und der 10. Jugendprojekttag sind für dieses Jahr in Planung, bevor am 17. November das große Jubiläumskonzert im Gemeindehaus der Petrusgemeinde (Bahnstraße) über die Bühne geht.

Aktuell zählt der Harmonika Spielring  110 Mitglieder, 72 davon sind Aktive.  Sie finden sich in den verschiedenen Orchestern und Spielgruppen zusammen. Zur Zeit sind dies das 1. Orchester der


Orchesterspielgemeinschaft Langen- Dietzenbach, das Jugendquintett, ein Diatonischer Spielkreis und die beiden Steirischen Spielgruppen.

Das Repertoire dieser Musikgruppen reicht von volkstümlicher Musik über Potpourris aus Oper und Operette, Film- und Musicalmelodien, aktuellen Hits und Evergreens zu klassischen Bearbeitungen  und konzertanten Werken.

Ein neues Nachwuchsorchester ist im Aufbau, ebenso eine Gruppe für erwachsene Anfänger. 35 Schüler nehmen das Unterrichtsangebot des Vereins wahr.

Nach 75 Jahren blickt der Harmonika Spielring  auf eine erfolgreiche und bewegte Zeit zurück.  Jährlich stattfindende Schnupperkurse, Probenwochen- enden, Schülerkonzerte, Projektwochen in Grund- schulen, Fortbildungen für  Orchesterspieler sowie die Jugendprojekttage der Region Rhein-Main lassen viele Musikbegeisterte jeder Altersstufe den Weg zum Akkordeon und der Harmonika finden.  

Die Zukunft des Harmonika Spielrings sieht also vielversprechend aus.

Wir wünschen dem Verein im Jubiläumsjahr viele schöne Momente und für die Zukunft alles Gute, vor allem viele engagierte Mitglieder, die gemeinsam dabei mitwirken,  die Musik weiterhin mit Freude zu praktizieren und damit den Fortbestand des Harmonika Spielrings zu garantieren.

Beate Rettig-Horch, Februar/März 2012

 


Quellen:

Archiv und Chronik des Harmonika Spielring Langen 1937 e.V.

Rechenschaftsbericht des musikalischen Leiters Jakob Oel vom 30.08.1947,

Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum des HSL

"Der Akkordeonspieler" Ausgaben 1986-1989

Gespräch mit Dieter Reisner vom 01. März 2012

Gespräch mit Wilfriede Sehring vom 02. März 2012

Privatsammlungen von Helmut Rehm und Heinz Horch

   Archiv des Handharmonika Club "AHOI" Dietzenbach

 

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